Zum Inhalt

Leonharder See bei Villach: Landschaft und Wasserhaushalt

Der Leonharder See liegt im nördlichen Villacher Becken, in einem Landschaftsgürtel mit Hügeln, Senken und Gewässern aus der Eiszeit. Geologische Arbeiten unterscheiden in dieser Gegend den kleinen und den großen St. Leonharder See; Seenforschungsdaten für 2011 führen den Leonharder See mit 2,3 Hektar Fläche und 6,5 Metern maximaler Tiefe. Die überschaubare Wasserfläche ist damit Teil einer größeren, stark gegliederten Wannenlandschaft.

Leonharder See bei Villach Die Natur rund um de Leonharder See bei Villach ist einfach traumhaft Foto: Saskia Epler

Leonharder See: fünf Fakten zur Landschaft

  • Der See liegt im Stadtgebiet von Villach in der nördlichen Beckenlandschaft.
  • Geologische Karten beschreiben zwischen Lind und dem St. Leonharder See eine eiszeitliche Wannenlandschaft mit Senken ohne oberirdischen Abfluss und steileren Hügelrücken.
  • Die Geologische Bundesanstalt beschreibt darin wassergefüllte Senken und trockene Schotterflächen nebeneinander.
  • Kärntner Seenforschungsdaten aus 2011 nennen für den Leonharder See 2,3 Hektar und maximal 6,5 Meter Tiefe.
  • Eine hydrogeologische Untersuchung von 1954 stellte einen Zusammenhang zwischen dem Seespiegel und dem Grundwasser in den St. Leonharder Seen fest.

Moränenmulden im nördlichen Villacher Becken

Das Relief zwischen Lind und dem See ist durch zurückgelassene Eisreste und deren Schmelze geformt. Als sich der Gletscher zurückzog, blieben Toteisblöcke unter Ablagerungen liegen. Nach ihrem späteren Abschmelzen entstanden unregelmäßige Hohlformen: geschlossene Senken, kleinere Mulden und dazwischen aufragende Hügel. Die Geologische Bundesanstalt fasst dieses Relief als Toteislandschaft zusammen; auch benachbarte Feuchtflächen und Quellzonen gehören zu dem kleinteiligen Beckenmuster.

Der See liegt somit in einem Mosaik aus Wasserflächen, vernässten Mulden und trockenen Hügeln. Dieses kleinräumige Relief bildet den Übergang zwischen den alten Moränenformen und den jüngeren Schotterflächen im nördlichen Villacher Becken.

Grundwasser und Seespiegel im Villacher Becken

Die hydrogeologische Arbeit von Nikolaus Anderle aus dem Jahr 1954 behandelt die Seen in diesem Gebiet als Bestandteile lokaler Grundwasseransammlungen. Für den kleinen und den großen St. Leonharder See stellte sie fest, dass Veränderungen des Seespiegels den Grundwasserstand beeinflussen. Die umliegenden Quellreihen und Feuchtflächen bilden dabei ein örtlich gegliedertes System.

Für diese Quellreihen beschrieb die Untersuchung höher gelegene Grundwasseransammlungen, die über kleine Oberflächenläufe oder unterirdische Wasseradern zur Drau entwässern können. So wechseln in der Landschaft unterschiedliche Wasserwege auf kurzer Distanz.

Anzeige

Ein kleiner See in der Stadtlandschaft Villachs

Der Leonharder See liegt in Villach, einer Stadt am Zusammenfluss von Drau und Gail. Im nördlichen Teil des Villacher Beckens prägen eiszeitliche Mulden und Feuchtzonen das Relief. Das Stadtgebiet Villachs reicht von dieser kleinteiligen Seenlandschaft bis zum Drauraum und zur urbanen Altstadt.

Auch andere Gewässer der Umgebung haben eigene Becken und Lagebezüge. Der Magdalensee bei St. Magdalen liegt östlich der Stadt und weist einen anderen beschriebenen Zusammenhang mit dem Draupegel auf. Der Vassacher See ist ein weiteres eigenständiges Villacher Gewässer. Südlich und nordöstlich schließen mit Faaker See und Ossiacher See weitere Gewässerräume an, die in der Region Villach, Faaker See und Ossiacher See zusammengehören.

Häufige Fragen zum Leonharder See

Warum liegen im Umland Quellzonen neben See- und Feuchtmulden?

Die geologische Kartierung führt die Quellhorizonte auf den wechselnden Untergrund des Villacher Beckens zurück. In den Mulden treten Quellen und Wasserfäden aus; lokal sammelt sich das Wasser in kleineren Feuchtflächen.