Baßgeigensee in Keutschach
Der Baßgeigensee liegt im östlichen Teil der Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling, einem Talraum mit Seen, Verlandungsmooren und Feuchtflächen. Der Talzug verläuft parallel zum Wörthersee. Als einer der vier Seen der Gemeinde Keutschach am See liegt er am östlichen Abschnitt des Ramsar-Gebiets.
Von Köttmannsdorf ist es nicht weit zum Baßgeigensee
Foto: Saskia Epler
Baßgeigensee im Seental: kurze Fakten
- Zur Vier-Seen-Gruppe zählen Baßgeigensee, Keutschacher See, Hafnersee und Rauschelesee.
- Das Ramsar-Gebiet umfasst 542,72 Hektar und zehn Teilgebiete.
- Der geschützte Talraum zieht sich über 12,5 Kilometer zwischen 507 und 615 Metern Seehöhe.
- Flachmoore, feuchte Wälder, Wiesen und Seen bilden ein Mosaik verschiedener Lebensräume.
Eine Moor- und Seenlandschaft zwischen Sattnitz und Wörthersee
Der Baßgeigensee umfasst rund 1,5 Hektar Wasserfläche und erreicht eine maximale Tiefe von sechs Metern (Dokumentationsstand 2004).
Das Ramsar-Gebiet liegt im Talboden zwischen dem Sattnitz-Höhenzug im Süden und den Straßen L 97 beziehungsweise L 98 im Norden und Westen. Das Ramsar-Informationsblatt nennt die Teilräume von West nach Ost: Roachmoor bei St. Egyden, Farrendorfer Moor, Rakouza-Moor, Hafnersee, Penkensee, Keutschacher See, Dobeinitz-Moor, Baßgeigensee, Rauschelesee und Reauz-Moor. Der Baßgeigensee liegt im östlichen Teilgebiet Rauschelesee-Baßgeigensee.
Die eiszeitlich geprägte Landschaft umfasst offene Wasserflächen, Verlandungsmoore, feuchte Wälder und Wiesen. In diesem Lebensraummosaik kommen die Blauflügel-Prachtlibelle und der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling vor; Feuchtwiesen bieten dem europaweit geschützten Falter Lebensraum. Pflegemaßnahmen wie das Entfernen aufkommender Gehölze und das Mähen von Feuchtflächen erhalten offene Bereiche. Zu den Pflanzen des Feuchtgebiets zählen Sonnentau, Lungen-Enzian und Orchideen. Am Baßgeigensee und an weiteren Seen des Gebiets sind Wasserpflanzen, Großseggen und Röhrichte belegt (Stand 2004). Bei einer Erhebung im Jahr 2021 wurde die Gemeine Bachmuschel (Unio crassus) im Seebach zwischen Baßgeigensee und Rauschelesee nach über 45 Jahren erneut nachgewiesen.
Feuchtwiesen im Seental wurden bis Ende der 1960er-Jahre regelmäßig für Pferdeheu und Einstreu gemäht. Nach dem Ende der Bewirtschaftung nahmen hochwüchsige Stauden, Schilf und Gehölze zu. Diese Entwicklung prägt die dokumentierte Landschaftsgeschichte des Feuchtgebiets (Stand 2004).
Zum Vier-Seen-Tal gehören außer dem Baßgeigensee auch der Keutschacher See, der Rauschelesee und der Hafnersee.
Wandern und Radfahren im Seental
Der Natura Trail Keutschacher Seental verläuft von Schiefling in Richtung Hafnersee, der ungefähr fünf Kilometer entfernt liegt. Der zehn Kilometer lange, flache Themenweg führt durch die vom Draugletscher geprägte Landschaft und eignet sich auch für einen Kinderwagen.
Eine separate Radrunde von Schiefling zum Hafnersee ist etwa zehn Kilometer lang. Sie führt durch Bruchwald und saure Wiesen und erschließt damit andere Abschnitte der Feuchtlandschaft als der Natura Trail.
Häufige Fragen zum Baßgeigensee
Wo liegen die prähistorischen Pfahlbauten?
Die Reste einer Siedlung aus der jüngeren Steinzeit liegen an einer seichten Stelle im Keutschacher See, nicht im Baßgeigensee. Der Fundort gehört seit 2011 gemeinsam mit weiteren Siedlungen am Mondsee und Attersee zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.
Wo gibt es Informationen über die Schutzlandschaft?
In Keutschach steht ein Beobachtungsturm. Informationstafeln entlang eines Rundwanderwegs erläutern die Landschaft des Seentals.