Drauradweg in Kärnten
Der Drauradweg begleitet den Fluss durch sehr unterschiedliche Kärntner Landschaften: von den Auen des Oberen Drautals über die Stadt Villach bis zu den Stauseen und Tälern Südkärntens. Die Etappen lassen sich als mehrtägige Radreise verbinden oder für einzelne Ausflüge auswählen. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen naturnahen Flussabschnitten, bäuerlicher Kulturlandschaft und Orten mit eigener Geschichte.
Kurzfakten zum Drauradweg in Kärnten
- Die Abschnitte mit Kärntner Streckenanteil gliedern sich in Oberes Drautal, Unteres Drautal, Rosental und Südkärnten.
- Die Etappe Lienz–Spittal an der Drau ist mit 76,6 Kilometern ausgewiesen; Spittal–Villach umfasst 39,8 Kilometer.
- Von Villach nach Ferlach beziehungsweise St. Margareten sind es 51,4 Kilometer, von dort bis Lavamünd 66,9 Kilometer.
- Die Drauauen zwischen Lienz und Spittal prägen ein Flussgebiet mit internationaler Ramsar-Auszeichnung.
- Im Rosental liegen die Stauseen bei Feistritz und Ferlach unmittelbar am Radweg; weitere Seen sind von der Strecke aus erreichbar.
- Südkärnten ist zugleich ein wichtiges Siedlungsgebiet der Kärntner Slowenen.
Vom Oberen Drautal nach Spittal: Auen, Dörfer und Bergkulisse
Die grenzüberschreitende Etappe aus Lienz in Osttirol nach Spittal führt durch das Obere Drautal. Die Drau zieht hier mit ihren Auen durch eine bäuerlich geprägte Talfläche, während Bergwälder, Almen und die Gipfel der Kreuzeckgruppe den Horizont bestimmen. In weiten Teilen wird der Fluss nicht durch Kraftwerke aufgestaut; die frei fließenden Abschnitte und Feuchtlebensräume geben dem Tal seinen besonderen Charakter. Das Gebiet ist als Europaschutzgebiet ausgewiesen und trägt das Ramsar-Gütesiegel für Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung.
Orte wie Oberdrauburg und Sachsenburg bringen historische Ortskerne in die Landschaft ein. Bei Greifenburg liegt ein Badesee nahe der Route; der Weissensee eröffnet einen Abstecher in eine höher gelegene Seelandschaft. Wer einen Tagesausflug statt einer langen Etappe plant, kann sich an Spittal oder einem der Talorte orientieren. Spittal an der Drau verbindet das Flusstal mit städtischer Kultur.
Spittal und Villach: kurze Flussetappe mit Stadtkultur
Zwischen Spittal an der Drau und Villach liegen 39,8 Kilometer. Ein großer Teil der Fahrt folgt den Dämmen entlang der Drau und führt durch kleine Dörfer und landwirtschaftlich genutzte Flächen. In Molzbichl befindet sich ein Museum zur Geschichte der Karantanen, eines frühmittelalterlichen Volkes, das mit der Geschichte Kärntens verbunden ist. Bei Gummern ist der weithin sichtbare Marmorsteinbruch eine markante Landmarke.
Villach bildet einen städtischen Kontrast zum ruhigeren Flusstal. Kultur und Gastronomie machen Villach zu einem abwechslungsreichen Rastort während einer längeren Radreise. Villach eignet sich durch seine Lage an der Drau als Start- oder Zielort für einzelne Abschnitte. Die Lage am Zusammenfluss wichtiger Verkehrsachsen macht Villach außerdem zu einem natürlichen Orientierungspunkt für den Wechsel auf andere Radrouten.
Rosental und Südkärnten: Wasserlandschaften und kulturelle Vielfalt
Von Villach führt die nächste ausgewiesene Etappe 51,4 Kilometer nach Ferlach beziehungsweise St. Margareten. Das Rosental liegt zwischen bewaldeten Hängen und den Gipfeln der Karawanken. Am Weg liegen die Stauseen bei Feistritz und Ferlach; Faaker See, Silbersee und Wörthersee sind von der Route aus erreichbar. Dörfer, Wiesen und Schlösser wie Wernberg, Ebenau und Rosegg bestimmen den Charakter der Kulturlandschaft. In Ferlach erinnern Handwerk und Stadtgeschichte an die Tradition der Büchsenmacher.
Weiter östlich führt der Radweg durch das Jauntal bis Lavamünd. Die Etappe Ferlach/St. Margareten–Lavamünd ist mit 66,9 Kilometern angegeben. Konglomeratfelsen, Laubwälder und die Drau mit ihren Stauseen prägen das Landschaftsbild. Zum Wasserreichtum gehören auch Klopeiner See und Turnersee, die im weiteren Umfeld der Route liegen. Die Region ist ein Zentrum der Kärntner slowenischen Kultur; Ortsnamen, Sprache und kulturelle Traditionen spiegeln diese Geschichte wider. Ein längerer Aufenthalt lässt sich mit einem Abstecher nach Völkermarkt verbinden.
Etappenwahl und Bahnbezug
Die ausgewiesenen Etappen dienen als Ausgangspunkt für eine an die eigene Ausdauer angepasste Einteilung. Für kürzere Ausflüge bieten sich die städtischen Abschnitte bei Spittal und Villach oder einzelne Talabschnitte an; eine mehrtägige Reise verbindet die Landschaften kontinuierlich. Für einen Aufenthalt ohne Auto in Kärnten sind Bahnhofsnähe und passende Anschlüsse vor Ort wichtige Standortmerkmale.
Der Drauradweg führt durch ein Tal mit mehreren Bahnorten, darunter Lienz, Spittal an der Drau und Villach. Konkrete Zugverbindungen und Fahrradplätze hängen von Reisetag, Strecke und Zug ab. Für die tatsächliche Kombination von Bahn und Rad sind die ÖBB-Fahrplanauskunft und die jeweiligen Fahrradmitnahmebedingungen maßgeblich. Bahnorte entlang der Strecke ermöglichen unterschiedliche Start- und Zielpunkte für einzelne Abschnitte.
Häufige Fragen zum Drauradweg
Wie lang sind die Etappen mit Kärntner Streckenanteil?
Von Lienz in Osttirol nach Spittal sind es 76,6 Kilometer, 39,8 Kilometer von Spittal nach Villach, 51,4 Kilometer von Villach nach Ferlach/St. Margareten und 66,9 Kilometer bis Lavamünd.
Welche Landschaften prägen die Strecke?
Im Oberen Drautal begleiten Auen und Feuchtgebiete den Fluss. Zwischen Spittal und Villach dominieren Drau-Dämme und Kulturlandschaft; im Rosental und Jauntal kommen Stauseen, bewaldete Hänge und die Karawanken hinzu.
Kann ich den Drauradweg mit der Bahn kombinieren?
Lienz, Spittal an der Drau und Villach haben Bahnhöfe entlang des Radwegkorridors. Im ÖBB-Nahverkehr fahren Fahrräder mit eigenem Ticket bei freien Stellplätzen mit; im Fernverkehr ist zusätzlich ein Fahrradplatz zu reservieren.
Ist der Weg für einen einzelnen Tagesausflug geeignet?
Ja. Die Tal- und Stadtabschnitte zwischen Spittal, Villach, dem Rosental und Südkärnten lassen sich als Teilstrecken fahren. Die jeweilige Distanz und der Rücktransport bestimmen, welcher Abschnitt zum Ausflug passt.