Rauschelesee in Keutschach
Der Rauschelesee liegt in der Gemeinde Keutschach am See und gehört zu einer eiszeitlich geprägten Moor- und Seenlandschaft. Er ist ein einzelnes Gewässer des Keutschacher Seentals. Das Ufer, die Zuflüsse und die umgebenden Feuchtflächen verbinden den See mit dem ökologischen Gefüge der Region.
Unbeschwerte Stunden für große und kleine Urlauber warten am Rauschelesee in Keutschach
Foto: Saskia Epler
Rauschelesee auf einen Blick
- Der See liegt im Keutschacher Seental in der Gemeinde Keutschach am See.
- Seine Fläche beträgt rund 19,1 Hektar, die größte Tiefe etwa 12 Meter.
- Er besteht aus zwei Becken, die durch eine flache Schwelle getrennt sind.
- Feuchtwiesen, Moore und feuchtigkeitsliebende Wälder prägen die umgebende Landschaft.
Seeform und Feuchtlebensräume
Zwei Becken werden durch eine flache Schwelle voneinander getrennt. Diese Form gliedert die Wasserfläche und bindet die Uferbereiche in den Talraum ein. Die Längsachse des Sees verläuft von Ost nach West. Die eiszeitliche Landschaft umfasst darüber hinaus Moore, feuchte Wälder, Wiesen und weitere Gewässer.
Offene Seen und nasse Übergangszonen bieten Lebensräume für Blauflügel-Prachtlibelle, Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Seerose. Diese Arten gehören zum Naturinventar der Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling. Am Rauschelesee begegnen Wasserfläche und feuchte Uferzonen unmittelbar einander; die Feuchtflächen setzen sich über Wälder und Wiesen fort.
Am Südufer reicht der bewaldete Hang der Sattnitz bis ans Ufer. Am See sind Schilf- und Wasserpflanzenbestände weitgehend intakt; Feuchtflächen schließen östlich und westlich an. Nördlich liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen und die ausgewiesenen Badebereiche. Eine Wasserscheide trennt das Einzugsgebiet von jenem des Keutschacher Sees.
Wanderwege und Seentalgeschichte
Der „Natura Trail Keutschacher Seental“ erschließt Landschaftsräume zwischen Schiefling und dem etwa fünf Kilometer entfernten Hafnersee. Der Rauschelesee gehört zu den Seen am Wörthersee und im Keutschacher Seental. Die Kärntner Seen sind hier von einer eiszeitlich geprägten Landschaft umgeben. Beim Wandern in Kärnten führt der Natura Trail durch die Lebensräume des vom Draugletscher geformten Tales. Unterkünfte im Umfeld des Sees gibt es in Keutschach am See und Plescherken.
Das Keutschacher Seental besitzt auch eine kulturhistorische Dimension: Im Keutschacher See befinden sich Reste einer Pfahlbausiedlung aus der Jungsteinzeit. Seit 2011 gehört dieser Fundplatz zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Der Fundplatz zeigt, wie lange Menschen die wasserreiche Landschaft besiedelt und genutzt haben. Damit verbindet die Region Naturbeobachtung und Menschheitsgeschichte.
Im östlichen Teil folgen die Ramsar-Flächen von West nach Ost vom Dobeinitz Moor über Baßgeigensee und Rauschelesee bis zum Reauz Moor. Zum Seental gehören außerdem Keutschacher See, Hafnersee und kleinere Teiche. So liegt der Rauschelesee zwischen anderen Gewässern und Moorlebensräumen, die zusammen das eiszeitliche Tal prägen.
Häufige Fragen
Wie groß ist das Ramsar-Gebiet?
Das Ramsar-Gebiet erstreckt sich über 542,72 Hektar und zehn Teilgebiete entlang des 12,5 Kilometer langen Seentals, einschließlich mehrerer Seen, Moore und Feuchtlebensräume.
Welche Zu- und Abflüsse hat der Rauschelesee?
Der Baßgeigensee speist den Rauschelesee im Westen; zusätzlich mündet von Norden ein weiterer Zufluss ein. Der Abfluss des Rauschelesees fließt ostwärts über die Treimischer Teiche in Richtung Sattnitz.
Saskia Epler