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Längsee bei Sankt Georgen: Naturraum und Geschichte

Der Längsee liegt auf 550 Metern Seehöhe in der Gemeinde Sankt Georgen am Längsee im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Das heutige Gewässer ist ein Überrest eines wesentlich größeren eiszeitlichen Sees. Seine offene Wasserfläche, flache Schilf- und Feuchtufer und der historische Stiftsort bilden einen klar umrissenen Natur- und Kulturraum im Herzen Mittelkärntens.

Längsee in Sankt Georgen Der Längsee ist mit seinen beiden hervorrageden Strandbädern ein großartiges Ziel für die ganze Familie Foto: Rainer Lenk

Längsee: fünf Fakten zu Becken und Umgebung

  • Der See ist natürlichen Ursprungs und glazial geformt; geologisch wird er als Zungenbeckensee eingeordnet.
  • Der österreichische Seenatlas führte für den Stand 2009 eine Fläche von 75 Hektar und eine maximale Tiefe von 21 Metern an.
  • Der See liegt auf 550 Metern Höhe; das erfasste Einzugsgebiet umfasst laut Seenatlas fünf Quadratkilometer.
  • Das Behördenprofil von 2023 beschreibt überwiegend flache, teils sumpfige, unbebaute Ufer mit Schilfzonen und Seerosen.
  • Das Stift St. Georgen wurde um 1002 als Benediktinerinnenkloster gegründet; fast acht Jahrhunderte lebten dort Benediktinerinnen.

Ein eiszeitliches Becken mit eigenem Wasserhaushalt

Der Seenatlas ordnet den Längsee den inneralpinen Becken Kärntens zu. Das Becken liegt in einer Umgebung aus Kalk, tertiären Sedimenten und teilweise Silikatgestein. Die Vertiefung entstand durch Gletscherbewegungen der Eiszeit; nachdem das Eis zurückgewichen war, blieb ein Rest des einst viel größeren Sees zurück. Diese Entstehung erklärt die Form des Gewässers und seine Lage in der Hügellandschaft.

Die im Atlas dokumentierten Kenndaten beschreiben einen See mit 1,3 Kilometern maximaler Länge, bis zu 0,9 Kilometern Breite und durchschnittlich 12,3 Metern Tiefe. Als Abfluss führt der Datensatz den Lavabach an; ein oberirdischer Zufluss ist dort nicht angegeben. Für die Wassererneuerungszeit nennt der Seenatlas mit Stand 2009 9,7 Jahre.

Schilf, Feuchtufer und ausgewiesene Badebereiche

Das 2023 aktualisierte Badegewässerprofil des Bundesministeriums und des Landes Kärnten charakterisiert den Längsee als weitgehend naturbelassen. Abgesehen vom vergleichsweise steil abfallenden Westufer seien die Ufer flach, versumpft und unverbaut; zahlreiche Schilfzonen und Seerosen umrahmen das Wasser. So prägt der Übergang zwischen freier Wasserfläche und Röhricht den Eindruck des Sees.

Das Behördenprofil benennt für den Badegewässerbereich das Gemeindebad und das kleinere Schlossbad als Liegeplätze. Beide Liegeplätze ergänzen die naturnahen Uferbereiche um ausgewiesene Badeorte am See.

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Stift St. Georgen und die Geschichte am See

Der See liegt nahe dem Stift St. Georgen, das der Kärntner Diözesanquelle zufolge zu Beginn des 11. Jahrhunderts als Frauenkloster gestiftet wurde. Benediktinerinnen prägten die Anlage fast 800 Jahre lang. Kaiser Joseph II. hob das Kloster 1782 auf; danach wechselten Nutzung und Funktion des Gebäudes mehrfach. Die Geschichte des Stifts verbindet den Naturraum mit der geistlichen und sozialen Entwicklung der Gemeinde.

Im Ort Sankt Georgen am Längsee treffen See und Stiftsanlage unmittelbar aufeinander. Die nahegelegene Burg Hochosterwitz ergänzt den Kulturraum um eine mittelalterliche Wehrburg. Der See liegt in der Landschaft Mittelkärnten.

Häufige Fragen zum Längsee

Was geschah mit dem Stift nach der Klosteraufhebung?

Nach 1782 erwarben die Grafen Egger die Anlage und nutzten sie als Residenz. 1934 übernahmen Mariannhiller Missionare das Haus; nach dem Krieg diente es als Lungensanatorium, bevor das Bistum Gurk es 1959 erwarb.

Welche Bildungsfunktion erhielt die Anlage danach?

Nach dem Erwerb 1959 entstanden Schulen mit Internat. Später entwickelte das Stift das Haus zum Bildungshaus mit Kursen und Vorträgen; so blieb es auch nach der Klosterzeit ein regionaler Bildungsort.