Architektur in Kärnten: Bauwerke aus mehreren Jahrhunderten
Renaissancehöfe, Seevillen und zeitgenössische Bauten zeigen Kärntens Architektur in unterschiedlichen Landschaften. In Klagenfurt prägt das Landhaus das Stadtbild, am Wörthersee verbinden Villen Architektur und Ufer, und in Steindorf übersetzt Günther Domenigs Steinhaus die Formen der Umgebung in einen begehbaren Bau.
Kirchen sind ebenfalls Zeugen der Architektur in Kärnten
Foto: www.kaernten-netz.de
Architektur in Kärnten auf einen Blick
- Das Klagenfurter Landhaus wurde zwischen 1574 und 1594 anstelle einer früheren Wasserburg errichtet.
- Schloss Porcia in Spittal entstand ab 1533 und wurde 1597 vollendet.
- Das Künstlerhaus in Klagenfurt wurde 1914 von Franz Baumgartner für den 1907 gegründeten Kunstverein gebaut.
- Die historische Wörthersee-Architektur umfasst Villen, Hotels sowie Bade- und Bootshäuser aus dem Zeitraum 1864 bis 1938.
- Der Bau des Domenig Steinhauses am Ossiacher See begann 1982; seit 2012 steht es unter Denkmalschutz.
Renaissance in Klagenfurt und Spittal
Das Klagenfurter Landhaus liegt zwischen Altem Platz und Heiligengeistplatz. Zwischen 1574 und 1594 entstand es anstelle der geschleiften ersten Stadtburg, einer Wasserburg. Der Bau hat einen hufeisenförmigen Grundriss, ein steiles Satteldach und zwei Türme; der stadtseitig offene Innenhof zeigt eine Renaissancefassade. Im Großen Wappensaal hängen 665 Wappen der Kärntner Landstände, ergänzt durch Wand- und Deckengemälde von Josef Ferdinand Fromiller. Hans Freymann aus Bleiburg begann den Bau. Der zentrale Stadtbereich von Klagenfurt vereint damit den Renaissancebau mit Plätzen, Altstadthäusern und weiteren historischen Gebäuden.
In Spittal an der Drau begann Gabriel von Salamanca 1533 mit Schloss Porcia; 1597 wurde der Renaissancebau nach Plänen italienischer Baumeister vollendet. Dreigeschossige Arkaden sowie Stuck- und Reliefarbeiten gliedern den Innenhof. Im 18. Jahrhundert kamen barocke Details hinzu, darunter das Familienwappen der Fürsten von Porcia. Seit 1951 gehört das Schloss der Stadtgemeinde, die beiden obersten Geschosse beherbergen seit 1958 das Museum für Volkskultur. Im Schlosshof finden seit 1959 jährlich die Komödienspiele und seit 1964 der Internationale Chorwettbewerb statt.
Wörthersee-Villen und Baukultur am Wasser
Am Wörthersee liegen Villen, Hotels, Badehäuser und Bootshäuser aus mehreren Bauphasen. Eine historische Auswahl der Wörthersee-Architektur umfasst Gebäude aus dem Zeitraum 1864 bis 1938; zeitgenössische Bauten bilden eine eigene spätere Schicht. Lage, Ausrichtung und Gestaltung am See zeigen, wie Bauwerke mit Wasser und Natur in Beziehung gesetzt wurden.
Das 1914 errichtete Künstlerhaus in Klagenfurt entstand für den 1907 gegründeten Kunstverein und ist bis heute dessen Sitz sowie ein Ausstellungsgebäude mit Café. Buntglasoberlichter, vom Jugendstil beeinflusste Fensterteilungen und ein ovales Foyer prägen die Räume.
Umbauten und neue Funktionen: das Napoleonstadl
Der Napoleonstadl in Klagenfurt entstand 1837 als ebenerdiges Markthüttendepositorium. Sein Name beruht auf der Überlieferung, Napoleons Pferde seien dort untergebracht gewesen. Das Gebäude zeigt klassizistische Rustikaformen und ein Walmdach mit Lunettenfenstern. Im 20. Jahrhundert wurde es als Kulissenlager des Stadttheaters genutzt; 1992 baute man es mit Unterstützung der Stadt zum Ausstellungsgebäude mit Café um. 1993 erhielt der Umbau einen Architektur-Anerkennungspreis des Landes Kärnten. Heute ist das Haus Sitz der Kärntner Architektenvereinigung.
Günther Domenigs Steinhaus in Steindorf
1982 begann Günther Domenig am schmalen Ufergrundstück in Steindorf am Ossiacher See mit der Errichtung des Steinhauses. Die Formen der umgebenden Landschaft bildeten den Ausgangspunkt des Entwurfs. Zerklüftete Polyeder aus Stahl, Glas und Beton bestimmen die äußere Gestalt; Wege und Räume reichen bis unter den Grundwasserspiegel. Aus der Vorstellung von Hügeln und Felsen entwickelte Domenig eine begehbare Architekturskulptur. Seit 2012 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.
Häufige Fragen zur Architektur in Kärnten
Wer gab dem Klagenfurter Landhaus sein heutiges Erscheinungsbild?
Das heutige Erscheinungsbild geht auf den italienischen Baumeister Antonio Verda vom Luganer See zurück.