Pilgermuseum Globasnitz und Hemmaberg
Das archäologische Pilgermuseum Globasnitz/Globasnica macht die lange Geschichte des Jauntals anhand von Ausgrabungsfunden anschaulich. Die Sammlung verbindet Spuren der römischen Siedlung Iuenna mit dem frühchristlichen Pilgerzentrum am Hemmaberg und einem ostgotischen Gräberfeld. Mosaike, Reliefs, Inschriften und Alltagsfunde eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf den Ort.
Schädel eines Ostgoten im Museum Globasnitz
Foto: Sabine Wiedamann
Globasnitz und Hemmaberg: fünf Fakten
- Das Museum befindet sich in Globasnitz 13 im Gemeindegebiet von Globasnitz.
- Iuenna war eine römische Straßenstation im Tal von Globasnitz.
- Die Ausgrabungen am Hemmaberg erschlossen ein frühchristliches Pilgerheiligtum aus der Zeit von 400 bis 600 nach Christus.
- Zum Ausstellungsthema gehört auch das ostgotische Gräberfeld im Tal von Globasnitz.
- Zu den gezeigten Fundgruppen zählen Kirchenmosaike, Reliefs, Inschriften und eine Nachbildung des Gräberfeldes.
Von Iuenna zum Pilgerheiligtum am Hemmaberg
Die vorkeltische Gottheit Iouenat gab der römischen Siedlung Iuenna und dem Jauntal ihren Namen. Der Hemmaberg wurde später zu einem christlichen Pilgerort: Die archäologischen Untersuchungen legten ein Heiligtum aus der Völkerwanderungszeit frei.
Funde aus dem Pilgerzentrum und dem Tal
Zu den Exponaten gehören Mosaike aus den frühchristlichen Kirchen am Hemmaberg und Funde aus den dortigen Grabungen. Zusammen erzählen sie von einem religiösen Zentrum, dessen Nutzung in der Spätantike belegt ist. Die Ausstellung führt außerdem Material aus dem ostgotischen Gräberfeld an, das im Tal von Globasnitz entdeckt wurde. Damit werden zwei archäologische Fundkontexte nebeneinandergestellt: das Pilgerheiligtum auf dem Berg und das Gräberfeld im Tal.
Weitere Bestandteile der Präsentation vertiefen die religiöse und kulturelle Geschichte des Ortes. Dazu zählen Reliefs und Inschriften, das Becken der Rosaliengrotte sowie die Hemmalegende. Die Nachbildung des ostgotischen Gräberfeldes vermittelt dessen räumlichen Zusammenhang als ergänzenden Teil der Ausstellung.
Ein Museumsbesuch in Südkärnten
Im Familienangebot des Landesmuseums gibt es die Rätselrallye „Geheimnis Iuenna“: Kinder und Jugendliche können die Ausstellung selbstständig oder gemeinsam mit Erwachsenen erkunden und dabei Fragen zur römischen Straßenstation und zum spätantiken Pilgerzentrum lösen. Mithilfe der „Pilgerscheibe von Globasnitz“ wird ein Lösungswort gesucht. Wer das Rätsel löst, erhält eine kleine Überraschung. Kulturvermittlungsprogramme und Workshops richten sich an Kinder ebenso wie an Erwachsene und behandeln die römische Kultur sowie den Glauben der frühen Christen. Dabei kommen Werkzeuge und Materialien zum Einsatz; Reenactment-Darbietungen stellen historische Lebenswelten nach. Die Vermittlung bezieht auch Besichtigungen der Kirchenruinen auf dem Gipfelplateau des Hemmabergs ein.
Das Pilgermuseum gehört zu den Museen in Kärnten mit archäologischen Sammlungen. In Globasnitz steht außerdem die Burg Elberstein. Die Gemeinde liegt in Südkärnten, wo antike Siedlungsspuren, christliche Wallfahrtsorte und jüngere Bauwerke verschiedene Epochen der Regionalgeschichte erschließen.
Häufige Fragen zum Pilgermuseum
Sind Führungen auch für Einzelbesucher vorgesehen?
Führungstermine können innerhalb der Öffnungszeiten angefragt werden.
Kann eine Gruppe eine Führung buchen?
Ja. Gruppenführungen sind mit Voranmeldung möglich; dadurch kann das Vermittlungsprogramm für die Gruppe vorbereitet werden.
Gibt es Führungen auf Slowenisch?
Fremdsprachige Führungen werden auch auf Slowenisch angeboten. Dafür sind eine entsprechende Vorlaufzeit und Anmeldung erforderlich.