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Weitensfeld im Gurktal

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Weitensfeld liegt im Herzen des Gurktals zwischen den bewaldeten Hängen der Gurktaler Alpen und dem Wimitzer Bergland. Der Ort verbindet die Geschichte eines mittelalterlichen Marktes mit Wehrkirchen, regionaler Glasmalerei und dem Kranzelreiten zu Pfingsten.

Weitensfeld Weitensfeld Foto: D. Wiedamann - Kaernten-Netz

Marktort im Gurktal

  • Weitensfeld ist 1131 erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1203 wurde der Ort zum Markt.
  • Die Pfarrkirche Weitensfeld ist 1285 erstmals erwähnt; sie ist von einer Wehranlage des frühen 16. Jahrhunderts umgeben.
  • Das Glasgemälde „Magdalenenscheibe“ wird auf etwa 1170 datiert und zeigt die heilige Magdalena.
  • Das Kranzelreiten wird jährlich zum Pfingstfest im Markt abgehalten.

Ein Markt mit früher Geschichte

Die schriftliche Überlieferung setzt 1131 ein. Weitensfeld kam 1192 an die Babenberger und wurde 1202 dem Domstift Gurk geschenkt. Schon 1203 war es ein Markt mit Marktfreiung. Am 4. Oktober 1629 verlieh Kaiser Ferdinand II. der Marktgemeinde ein Wappen mit einem springenden Hirsch zwischen vier Weidenbäumen. Weitensfeld entwickelte sich zwischen dem Gurkfluss und den bewaldeten Höhen des Tals. Schon in römischer Zeit führte eine Verbindungsstraße durch das Gurktal nach Salzburg; in Altenmarkt lag die Poststation Beliandrum. Im 9. Jahrhundert wurden die Randgebiete der Wimitzer Berge und des Mödringbergs besiedelt. Zammelsberg wird um 1050 bis 1065 genannt. Das Gurktal gehört zum nördlichen Mittelkärnten; im selben Tal liegt die benachbarte Bischofsstadt Straßburg.

Wehrkirchen und mittelalterliche Kunst

Die Pfarrkirche Weitensfeld ist eine gotische Anlage aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ihr Chor besitzt Strebepfeiler und Kreuzrippengewölbe; der Nordturm trägt heute einen barocken Zwiebelhelm. Nach einem Brand in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche erneuert. Die Wehranlage um die Pfarrkirche entstand Anfang des 16. Jahrhunderts. Auch Altenmarkt, Zammelsberg und Zweinitz bewahren Reste mittelalterlicher Kirchenbefestigungen. In mehreren Kirchen der Gemeinde befinden sich gotische Fresken aus der Villacher Werkstatt.

Ein anderes Zeugnis sakraler Kunst ist die Magdalenenscheibe. Das Glasgemälde zeigt die heilige Magdalena und wird auf etwa 1170 datiert. 1930 wurde es gestohlen, aber vor dem geplanten Transport nach Amerika wieder sichergestellt.

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Kranzelreiten am Pfingstwochenende

Das Kranzelreiten wird jährlich zu Pfingsten gefeiert. Am 24. Mai 2026 fand die 459. Ausgabe statt: Zum offiziellen Programm gehörten ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche, die Aufstellung der Marktfreyung und der Ausritt der Kranzelreiter nach Zweinitz. Nach der Rückkehr in den Markt folgte das Gstanzlsingen.

Die Marktgemeinde Weitensfeld gehört zum Bezirk Sankt Veit an der Glan.

Häufige Fragen zu Weitensfeld

Wann wurden die Marktprivilegien bestätigt?

Herzog Bernhard von Spanheim bestätigte die Privilegien 1211, acht Jahre nachdem Weitensfeld Markt geworden war. Diese Bestätigung belegt die frühe rechtliche Bedeutung des Orts im Gurktal.

Wie erklärt die Überlieferung das Kranzelreiten?

Eine örtliche Sage verbindet den Brauch mit der Pest: Nur drei Bürgersöhne und ein Burgfräulein sollen überlebt haben. Das Mädchen habe einen Wettlauf veranstaltet und dem Sieger die Hand versprochen. Der Wettlauf um den Kuss der steinernen Jungfrau erinnert an diese Erzählung.

Welche Ereignisse trafen den Markt im 15. Jahrhundert?

1476 überfielen Türken den Markt über den Zammelsberg. 1478 kamen sie über die Flattnitz aus dem Lungau; nachdem ihr Versuch, die Kirche in Altenmarkt anzuzünden, scheiterte, steckten sie Weitensfeld in Brand. Die Türkenbrunnen in Weitensfeld und Zweinitz erinnern an die Angriffe.