Straßburg im Gurktal
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Straßburg liegt zwischen dem Gurkfluss und dem Burgberg im nördlichen Gurktal. Der Ort wuchs als bischöflicher Sitz; Burg, Stadtmauer und Kirchen erzählen von der langen Verbindung zwischen weltlicher Herrschaft und dem Bistum Gurk.
Straßburg
Foto: Dagobert Wiedamann
Straßburg zwischen Gurk und Burgberg
- Teile der Stadtmauer aus dem 13. bis 16. Jahrhundert umfassen den historischen Stadtkern zwischen Burgberg und Gurk.
- Bischof Roman I. begann 1147 mit dem Bau der Burg Straßburg als Gurker Bischofsresidenz.
- Der Markt Straßburg ist 1229 belegt; das Stadtrecht erhielt der ummauerte Ort im 14. Jahrhundert.
- Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus wurde erstmals 1169 erwähnt und 1432 bis 1460 spätgotisch neu gebaut.
- Nach dem Erdbeben von 1767 verlegten die Bischöfe ihren Sitz 1783 in das neu errichtete Schloss Pöckstein.
Bischofssitz und befestigte Stadt
Straßburg war ein befestigter Residenz- und Marktort. Die Stadtmauer folgte der langgestreckten Anlage zwischen Burgberg und Gurk und hatte drei Tore. Erhaltene Abschnitte aus dem 13. bis 16. Jahrhundert lassen besonders im Westen den Verlauf der ehemaligen Befestigung erkennen. Bischof Roman I. ließ ab 1147 die Burg als sichtbares Zentrum der Gurker Herrschaft errichten.
Die Burg wurde über mehrere Jahrhunderte erweitert. Zu den frühen Bauteilen zählen der Faulturm als Wohn- und Wehrturm sowie der südliche Palas. Im 15. Jahrhundert kamen ein Westtrakt und zwei Nordtürme hinzu. Um 1584 wurde der dreigeschossige Stall- und Kastentrakt unter dem Baumeister Johann Anton Verda vollendet. Kardinal Johannes VIII. Goess ließ im späten 17. Jahrhundert den Innenhof mit Arkaden gestalten und das Hauptportal errichten. Die Anlage zeigt so mittelalterliche Wehrarchitektur neben späteren Repräsentationsräumen.
Von der Burg zum Schloss Pöckstein
Ein Erdbeben beschädigte die Burg 1767 schwer. Nachdem Teile der Innenausstattung zusätzlich durch einen Brand verloren gingen, ließ Fürstbischof Josef II. von Auersperg in Pöckstein einen neuen Sitz errichten. Der Salzburger Architekt Johann Georg Hagenauer entwarf einen viergeschossigen, quadratischen Bau ohne Innenhof. Uhrturm mit Zwiebelhaube und die markanten Kamine prägen das klassizistische Schloss an der Einmündung des Metnitzbaches in die Gurk. Mit dem Umzug endete die jahrhundertelange Residenzfunktion der Straßburg.
Kirchen und Sammlungen des Gurktals
Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus ergänzt das Burgensemble um eine eigene Baugeschichte. Auf die erste Erwähnung 1169 folgte 1432 der spätgotische Neubau; bis 1460 entstand das Netzrippengewölbe. Zwischen 1630 und 1643 wurden die nördlichen Seitenschiffe in barocke Kapellen umgewandelt. So treffen im Inneren gotische Gewölbe und barocke Seitenräume aufeinander.
Die volkskundliche Sammlung im Schloss zeigt bäuerliche Möbel, Werkzeuge, Geschirr und Hausrat sowie eine Dokumentation zur Sozialgeschichte des Gurktals. Sieben Räume zeigen, wie stark Höfe auf Selbstversorgung ausgerichtet waren. Eine weitere Sammlung historischer Textilien reicht vom Biedermeier bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Straßburg bildet einen Schwerpunkt im Gurktal und in Mittelkärnten; auch Weitensfeld bewahrt Marktgeschichte und Wehrkirchen des Tals. Straßburg liegt wie Sankt Veit an der Glan im gleichnamigen Bezirk.
Häufige Fragen zu Straßburg
Was geschah im Jahr 864?
Der Salzburger Erzbischof erhielt damals einen Besitz in der Gegend durch eine Schenkung König Ludwigs des Deutschen.
Was erinnert an Bischof Walther von Vatz?
An einem früheren Stadttor befindet sich in der westlichen Stadtmauer seine Büste. Die Inschrift lautet „Waltherius episcopus de Svevia“; Walther amtierte als Gurker Bischof von 1200 bis 1213.
Wer baute die Orgel der Stadtpfarrkirche?
Der Grazer Orgelbauer Johann Cariakus Werner schuf die Barockorgel 1743. Ihr doppeltürmiges Gehäuse ist mit barocken Figuren geschmückt.