Sankt Georgen im Lavanttal
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Sankt Georgen im Lavanttal liegt am Fuß der Koralpe und reicht bis zur Lavant, die in Richtung Sankt Paul fließt. Die Talhänge, der Höhenzug und der Obstbau verbinden den Ort mit Landschaft und Wirtschaft des Lavanttals.
Sankt Georgen im Lavanttal
Foto: Sabine Wiedamann
Lage, Landschaft und Ortsgeschichte
- Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Koralpe bis an die Lavant.
- Der Spitzelofen ist ein Marmorsteinbruch am oberen Steinberg auf etwa 900 Metern Höhe.
- Eine in den Fels gemeißelte Inschrift befindet sich rund acht Meter über dem Boden.
- Die Pfarrkirche Sankt Georgen ist 1184 erstmals urkundlich erwähnt.
Der römische Steinbruch Spitzelofen
Am Spitzelofen wurde weiß-grau gebänderter Silikatmarmor abgebaut. Parallel verlaufende Rillen in den Steinbruchwänden zeigen die Arbeit mit dem Spitzschlägel. Wahrscheinlich stand der Steinbruch bis ins vierte Jahrhundert in römischem Besitz. Weil das Material vor Ort zu Halbfertigprodukten verarbeitet wurde, ließ sich unnötiger Transport von Abraum vermeiden. Leichtere Blöcke konnten bis zu zehn Tonnen wiegen und wurden mit Wagen, größere Stücke auf Schleifen abtransportiert.
Die hoch in die Felswand gesetzte Inschrift nennt Adiutor und Secundinus. Sie weihten Silvanus Saxanus, einer Gottheit der Wälder und Steinbrüche, ein Heiligtum. Wo das Heiligtum lag, wird unterschiedlich gedeutet: in einer hölzernen Kapelle oder im Felsrund selbst.
Burg, Kirche und Obstbau
Die Burg Stein steht östlich des Ortes auf einem 50 Meter hohen Gneiskegel in 717 Metern Seehöhe. Sie wurde 1214 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte damals zum Erzstift Salzburg. 1276 kam sie an die Bischöfe von Lavant, die sie als Sommerresidenz nutzten. Die exponierte Anlage markiert den Übergang vom Talhang zu den Höhen der Koralpe.
Die dem heiligen Georg geweihte Pfarrkirche wird 1184 erstmals erwähnt; 1246 ist sie als Pfarrkirche belegt. 1485 gelangte sie in den Besitz des Benediktinerstifts Sankt Paul. Auch die Magdalenenkapelle erscheint bereits 1184 in den Quellen. Ihr spätromanischer Rundbau wird heute als Fatimakapelle genutzt. Diese Bauwerke zeigen, wie eng die Ortsgeschichte mit dem Kloster im benachbarten Sankt Paul verbunden ist.
Äpfel, Most und sortenreine Edelbrände zählen zu den Erzeugnissen der örtlichen Landwirtschaft. Die Obstgärten liegen zwischen dem Talboden und den ansteigenden Hängen im Lavanttal. Die Gemeinde reicht entlang der Lavant in Richtung Sankt Paul. Am Koralpenrand liegt der Bernsteiner Ofen an einem Erlebnisrundweg; die umliegenden Wälder und Almen gehören zur Wanderlandschaft Kärntens.
Häufige Fragen zu Sankt Georgen im Lavanttal
Wer arbeitete im Steinbruch?
Für die schweren Arbeiten wurden Sklaven herangezogen; zugleich arbeiteten auch freie Fachleute im Steinbruch.
Wie häufig ist Silvanus Saxanus in Kärnten belegt?
Der Gott der Wälder und Steinbrüche erscheint in Kärntner Inschriften nur an zwei weiteren Orten. Die Widmung aus dem Spitzelofen gehört damit zu einer kleinen Gruppe antiker Zeugnisse dieses Kults.
Wer sprengte die Felswand am Spitzelofen?
Ende des 19. Jahrhunderts vermutete Anton Deutschmann dort wohl einen Schatz und sprengte ein tiefes Loch in die Felswand. Die k.k. Berghauptmannschaft schritt ein und schützte den Steinbruch vor weiteren Schäden.