Eberndorf im Jauntal
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Eberndorf liegt im Jauntal in Südkärnten zwischen der Drau im Norden und dem Gösselsdorfer See im Süden. Die spätgotische Stiftskirche und die geschlossene Klosteranlage prägen den Ortskern; Seen, Hügel und Schotterterrassen bestimmen die weitere Landschaft.
Eberndorf - Kapelle am Kreuzweg in Eberndorf
Foto: gemeinfrei
Eberndorf und Umgebung in vier Fakten
- Das Jauntal reicht im Gemeindegebiet von der Drau im Norden bis zum Gösselsdorfer See im Süden.
- Das Augustiner-Chorherrenstift wurde 1604 den Jesuiten übergeben.
- Die Stiftsanlage umfasst vier Trakte, die einen annähernd quadratischen Hof einschließen.
- Die ehemalige Stiftskirche Mariä Himmelfahrt ist heute die Pfarrkirche des Orts.
Das Stift als Mittelpunkt der Ortsgeschichte
Das Augustiner-Chorherrenstift entwickelte sich zu einem religiösen und kulturellen Mittelpunkt des Jauntals. Es war für die Seelsorge weiter Teile der Region wichtig und wirkte auf das ländliche Umfeld. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens verwaltete ab 1773 zunächst der Kärntnerische Studienfonds den Besitz; 1809 ging er an die Benediktiner von St. Paul im Lavanttal. Diese wechselnden Träger prägten die institutionelle Geschichte des Klosters, während seine Gebäude den Ortskern bis heute bestimmen.
Vier Trakte schließen den annähernd quadratischen Innenhof ein. Dreigeschossige Pfeilerarkaden rahmen den Stiftshof; ihre Gänge sind kreuzgratgewölbt. Der frühere, nördlich der Kirche gelegene Kreuzgang verschwand bei den Bauarbeiten im 17. Jahrhundert. Zwischen 1992 und 1995 wurden die Arkaden teilweise verglast und die Fassade renoviert; bei der Rekonstruktion der frühbarocken Farbgestaltung kamen drei Stuckdecken frei, die in ihrem ursprünglichen Farbton neu gefasst wurden. Damit verbindet die Anlage klösterliche Nutzung und repräsentative Hofarchitektur in einem zusammenhängenden Bauensemble.
Kirche, Klosterhof und Sommerspiele
Die ehemalige Stiftskirche Mariä Himmelfahrt bildet gemeinsam mit dem Klosterhof den historischen Mittelpunkt des Orts. Der Stiftshof dient zugleich als Spielstätte der Südkärntner Sommerspiele.
Seen, Hügel und Moor im Jauntal
Die Landschaft um Eberndorf reicht von der Drau im Norden bis zum Gösselsdorfer See im Süden. Seen, Hügel und Schotterterrassen kennzeichnen diesen Abschnitt des Jauntals. Bis zum Aufkommen des Tourismus im 20. Jahrhundert prägte die Landwirtschaft das ländliche Gemeindegebiet. Der Übergang von Flussraum zu Seenlandschaft zeigt sich auch in den nahe gelegenen Orten St. Kanzian am Klopeiner See, Völkermarkt und Bleiburg.
Häufige Fragen zu Eberndorf
Wann wurde das Stift Eberndorf gegründet?
Eberndorf wurde 1106 im Zusammenhang mit der Errichtung des Stifts erstmals urkundlich erwähnt. Die formale Errichtung als Augustiner-Chorherrenstift wird in den Zeitraum 1149 bis 1154 eingeordnet; die erste Erwähnung und die spätere formale Gründung sind unterschiedliche Stationen.
Welche Besonderheiten besitzt die Stiftskirche?
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt besitzt einen freistehenden, kampanileartig wirkenden Turm. Unter dem erhöhten Chor liegt eine dreischiffige Krypta aus der Zeit um 1390; der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1770.
Welches Stück eröffnete die Sommerspiele im Stiftshof?
Die erste Theatersaison im Stiftshof begann 1976 mit Ludwig Skumautz’ Volksstück „Die Wolscharträuber“. Der Verein der Südkärntner Sommerspiele war im Juni 1975 gegründet worden.
Wann wurden die Schutzgebiete am Gösselsdorfer See und im Sablatnigmoor ausgewiesen?
Der Gösselsdorfer See wurde 1970 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Sablatnigmoor erhielt 1979 den Status eines Naturschutzgebiets.