Burg Falkenstein bei Obervellach
Unterfalkenstein, die Burg Falkenstein bei Obervellach, und die höher gelegene Burg Oberfalkenstein sind zwei eigenständige Anlagen im Mölltal. Die untere Burg wurde 1307 erstmals urkundlich genannt. Ihre heutige Erscheinung geht auf einen historisierenden Wiederaufbau im frühen 20. Jahrhundert zurück.
Auf Burg Falkenstein in Obervellach gehen Kinder gern auf Erkundungstour
Foto: Saskia Epler
Unterfalkenstein: fünf historische Fakten
- Die Urkunde von 1307 nennt die Anlage „daz nidre Valchenstayn“.
- Unterfalkenstein war ursprünglich ein Vorwerk der höher gelegenen Hauptburg Oberfalkenstein.
- Ferdinand Kaltenegger von Riedhorst erwarb die Ruine 1897 und ließ sie ab 1905 neu gestalten.
- Die Wiedererrichtung folgte dem Ideal einer romanisch-gotischen Burg und verwendete Bauteile aus dem 13. Jahrhundert.
- Unterfalkenstein befindet sich in Privatbesitz.
Zwei Burgen mit verschiedenen Geschichten
Der Name Falkenstein steht im Obervellacher Mölltal für eine untere und eine obere Burg. Sie diente zunächst als vorgelagerte Befestigung der höher gelegenen Hauptburg Oberfalkenstein. Die Marktgemeinde Obervellach beziffert den Höhenunterschied zwischen beiden Anlagen mit rund 200 Metern. Die obere Burg ist seit dem 17. Jahrhundert Ruine; die untere wurde später als Schloss und schließlich als historisierende Burganlage neu gestaltet.
Unterfalkenstein ist 1307 als „daz nidre Valchenstayn“ belegt. Oberfalkenstein blickt auf eine eigene mittelalterliche Herrschaftsgeschichte zurück: Im 12. Jahrhundert gehörte die Anlage den Grafen von Görz; Nach Verpfändungen gelangte die obere Burg 1460 endgültig an den Kärntner Landesfürsten Friedrich III. Diese Ereignisse gehören zur Geschichte der oberen Burg; Unterfalkenstein entwickelte sich als deren Vorwerk und späteres Schloss.
Vom Vorwerk zur historisierenden Burg
Unterfalkenstein wechselte im Lauf der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. 1693 kam die Herrschaft an Freiherr Wenzel von Sternbach und blieb bis 1883 in dessen Familie. Die Herrschaft Falkenstein wurde 1848 aufgelöst. Hofrat Ferdinand Kaltenegger von Riedhorst, der auch als Erbauer der Tauernbahn bekannt war, erwarb die Ruine 1897. Ab 1905 ließ er sie als romanisch-gotische Idealburg wiederaufbauen. Dabei nutzten die Bauleute noch erhaltene Bestandteile aus dem 13. Jahrhundert.
1959 erwarb Annie H. J. Oehmichen die Burg und ließ umfangreiche Renovierungen ausführen. 1969 zerstörte eine Brandstiftung den Palas samt wertvollem Inventar bis auf die Grundmauern. Der Palas wurde anschließend wiederaufgebaut; am Haupttor erinnert eine Gedenktafel an die Geschichte des Gebäudes. Das heutige Erscheinungsbild verbindet die mittelalterlichen Bauteile mit dem historisierenden Umbau ab 1905 und dem Wiederaufbau nach dem Brand.
Falkenstein im Landschaftsraum Mölltal
Die Burg gehört zur Gemeinde Obervellach und damit zum Mölltal in Oberkärnten. Obervellach entwickelte sich im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch durch Handel und Bergbau zu einem wichtigen Marktort. Im Mölltal und Oberen Drautal liegt die Gemeinde Obervellach im westlichen Kärntner Talraum; weiter westlich schließt Flattach im Mölltal an.
Die Burg Groppenstein liegt ebenfalls in der Gemeinde Obervellach, nahe der Einmündung des Mallnitzbaches in die Möll. Sie markiert den Zugang zur Groppensteinschlucht und gehört zu einer anderen Anlage als Falkenstein.
Häufige Fragen zu Burg Falkenstein
Was ist von der oberen Burg Oberfalkenstein erhalten?
Bei der höher gelegenen Ruine sind der Bergfried und Teile der Wehrmauer erhalten; vom Palas stehen nur noch die Grundmauern. Die 1772 umgebaute Burgkapelle liegt talseitig. Sie gehören zur höher gelegenen Ruine Oberfalkenstein.
Welchen Anlass hatte Kalteneggers Wiederaufbau?
Die Obervellacher Kulturbroschüre nennt die Eröffnung der Tauernbahn als Anlass: Kaltenegger wollte Kaiser Franz Joseph I. eine repräsentative Aussicht bieten.
Saskia Epler