Sankt Veit
Sankt Veit, nördlich von Klagenfurt in Kärnten gelegen, wurde erstmals 1131 schriftlich erwähnt, allerdings bezog sich das Dokument nur auf die St- Veit-Kirche. Schon früher in der Hand des Bistum Bamberg, kaufte selbiges das Gut von Markgraf Engelbert im Jahr 1137 zurück. Leider ist nicht festgehalten, wann der Besitz in die Hände des Herzogs von Kärnten überging. Die Vogteirechte der St. Veit-Kirche gingen jedoch 1176 an Herzog Hermann über, wodurch die Bamberger keinerlei Rechte mehr daran hatten. Bereits 1199 hatte sich St. Veit durch seine rasche Entwicklung zum Markt gemausert, so dass sich die Herzöge in der nahe gelegenen Burg Freiberg niederließen.
Bernhard von Spanheim, seines Zeichens Herzog, ließ von 1202 bis 1256 St. Veit ummauern und die Burg ausbauen. Auch wird im Jahr 1204 eine Schule und 1205 die herzogliche Münze erwähnt. Letztere existierte bis 1725.
St. Veit entwickelte sich unter der Herrschaft von Bernhard von Spanheim zusehends und schon 1224 wurde St. Veit das Stadtrecht mit eigenem Richter und 12 Räten erteilt.
1286 starb das Geschlecht der Spanheimer aus, so dass der Besitz an Meinhard II. von Görz-Tirol überging. Dann wurde die Stadt unglücklicherweise von Aufständen geprägt, die große Schäden hinterließen. Sodann, im Jahr 1335, bekamen die Habsburger das Herzogtum Kärnten in Besitz, wodurch Sankt Veit den Wert als Residenz verlor. Seit 1362, als Rudolf der Stifter Sankt Veit erstmals einen Wiesenmarkt verlieh, findet selbiger jährlich statt – bis heute.
Mehrere Angriffe der Türken und die Belagerung durch die Ungarn nebst einer Brandschatzung setzten St. Veit derart zu, dass 1518 die Hauptstadt nach Klagenfurt verlegt wurde.
1550 entstand die erste Papiermühle in St. Veit, eine Hochofenanlage folgte. Etwa zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Trabantengarde gegründet, die bis heute noch existiert.
Nachdem man im 18. Jahrhundert die Eisenindustrie gefördert hatte, hob Joseph II. die Handelsprivilegien auf, was zum Untergang St. Veits als Handelsstadt führte. Erst im 19. Jahrhundert erholte sich der Ort durch den zögerlich beginnenden Holzhandel und dem Bau der Rudolfsbahn.
Heute glänzt Sankt Veit vor allem mit dem Tourismus und hält Einzug in die Solarindustrie.
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